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Optimistisch in die Zukunft

Wie stellen sich Jugendliche die Zukunft in den nächsten 10 bis 15 Jahren vor? Darauf gibt die aktuelle Studie genauso wie ihre Vorgängerinnen Auskunft. Die Ergebnisse überraschen!

Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten drei Jahre haben die Stimmung unter den jungen Erwachsenen nicht merklich gedrückt. Sie blicken ausgesprochen optimistisch auf ihr persönliches Leben. Neun von zehn Befragten glauben, dass ihr Leben in den nächsten 10 bis 15 Jahren »sehr gut« oder »gut« verlaufen wird.

Zwar ist die Zahl der jungen Leute, die ihre nahe Zukunft als »gut« bewerten, gegenüber 2016 von 73 Prozent auf 66 Prozent gesunken. Der Anteil derjenigen aber, die für sich von einer »sehr guten« Zukunft ausgehen, ist von 22 Prozent auf 25 Prozent gestiegen! Zudem zeigt sich über die letzten neun Jahre hinweg ein relativ stabiler Trend: Der Anteil Optimisten liegt zwischen 90 Prozent und 95 Prozent.

Erwartungen an Deutschland

Bei den Erwartungen an Deutschlands Zukunft sieht es dagegen anders aus: Nur die Hälfte der jungen Erwachsenen sieht die Zukunft des Landes positiv. Die andere Hälfte ist eher pessimistisch. Der Anteil der Optimisten ist von 2010
auf 2016 stetig gestiegen. Er lag 2010 bei 38 Prozent, 2013 bei 45 und 2016 bei 52 Prozent. Aktuell ist die Prozentzahl auf 50 Prozent leicht gefallen. Insgesamt trübt sich der Optimismus also geringfügig ein.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Junge Männer sind dabei optimistischer als junge Frauen. Während 52 Prozent der männlichen Jugendlichen in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine »sehr gute« oder »gute« Entwicklung erwarten, liegt der Wert bei den Frauen nur bei 46 Prozent. In der Vergangenheit stieg der Optimismus stetig an. Dieses Phänomen war bei Frauen sogar noch deutlich ausgeprägter als bei den Männern. So stieg ihr Optimismus zwischen 2010 und 2016 von 33 auf 55 Prozent, der der Männer lediglich von 43 auf 50 Prozent. Während sich diese positive Haltung bei den Männern 2019 fortsetzte, ist sie bei den Frauen rückläufig. Sie reagieren offenbar differenzierter auf die polarisierten gesellschaftlichen Debatten der jüngeren Vergangenheit.

Stabiler Trend:

Junge Leute sind zuversichtlich, wenn es um ihre eigene Zukunft geht! Wer seine finanzielle Lage als schlecht einschätzt, ist jedoch deutlich weniger optimistisch.

Schlechte finanzielle Situation sorgt für Pessimismus

Eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Zukunft Deutschlands spielt die eigene finanzielle Situation der Befragten. Empfinden die jungen Leute ihre materielle Lage als »sehr gut«, so sind sie zu 63 Prozent überzeugt, dass die Entwicklung Deutschlands in den nächsten Jahren »sehr gut« oder »gut« verlaufen wird.

Beurteilen sie dagegen ihre Finanzen als »schlecht« oder »sehr schlecht«, teilen sie nur zu 28 Prozent diese positive Einstellung.

48 Prozent von denen, die ihre finanzielle Situation als »sehr gut« bezeichnen, rechnen für sich persönlich mit einer »sehr guten« Zukunft. Wird die eigene Lage als weniger positiv empfunden, sinkt der Anteil der Optimisten drastisch: Nur 14 Prozent derjenigen, die ihre finanzielle Situation als »schlecht« oder »sehr schlecht« einschätzen, erwarten für sich persönlich eine sehr gute Zukunft.

Optimismus sinkt mit geringem Bildungsgrad

Wie optimistisch die Jugendlichen die Zukunft Deutschlands sehen, steht außerdem in starker Wechselwirkung zu ihrem Bildungshintergrund. So schätzen 59 Prozent mit hoher Bildung die Zukunft Deutschlands als »sehr gut« oder »gut« ein, während nur 44 Prozent mit mittlerer und 41 Prozent mit einfacher Bildung diese Überzeugung teilen.

Auch zwischen jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund gibt es Unterschiede. Jugendliche mit Migrationshintergrund äußern sich positiver zur Zukunft Deutschlands als diejenigen, die in der Bundesrepublik mit deutscher Staatsbürgerschaft geboren wurden: 62 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund und 65 Prozent der Befragten mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit geben hier »sehr gut« oder »gut« an, aber nur 47 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Teilzeit ist hauptsächlich ein Frauen-Thema:

Knapp drei Viertel der jungen Frauen erwarten in bestimmten Lebensphasen eine Teilzeitbeschäftigung. Nur vier von zehn jungen Männern teilen diese Erwartung

Ost und West

Unterschiede gibt es auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Junge Leute im Westen sind mit 50 Prozent optimistischer als ihre Altersgenossen im Osten. Dort liegt der Wert bei lediglich 46 Prozent. Was ihre persönliche Zukunft angeht, gibt es allerdings zwischen alten und neuen Bundesländern keine Unterschiede.

Spaß und Arbeit

Eine zentrale Rolle spielt bei der jungen Generation der Spaß … und zwar nicht nur im Privatleben, sondern auch im Beruf. Neun von zehn jungen Erwachsenen erwarten, dass sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren ihr Leben genießen werden. Genauso viele gehen von einer guten Arbeit aus, die ihnen Spaß macht.

Aktuell erwarten 77 Prozent einen guten Lebensstandard, der es ihnen ermöglicht, sich viel leisten zu können. 2013 lag der Wert noch bei 84 Prozent. Die Befragten rechnen also trotz Erwerbstätigkeit zunehmend mit finanziellen Einschränkungen. Knapp die Hälfte der 17- bis 27-Jährigen glaubt, dass sie froh sein werden, wenn sie finanziell einigermaßen über die Runden kommen.

Angst vor Arbeitslosigkeit gering

Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist dagegen gering. 23 Prozent der jungen Erwachsenen hat diese Sorge. Ein gutes Drittel – also 34 Prozent – schließt zukünftige Arbeitslosigkeit sogar klar aus. Die Befragten sind sich der aktuellen guten Arbeitsmarktlage und des öffentlich diskutierten Fachkräftemangels bewusst.

Familiengründung

Das Thema Familiengründung ist für junge Frauen wichtiger als für die Männer: 51 Prozent der Frauen, aber nur 37 Prozent der Männer stimmen der Vorstellung »voll und ganz« zu, in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine eigene Familie zu haben. Weitere 29 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer können sich das »eher« vorstellen. Junge Frauen schätzen damit das Thema »Kinder und Familie« deutlich wichtiger ein als junge Männer.

»Traditionelle« Vorstellungen

Was das Berufsleben angeht, hat die junge Generation eher traditionelle Vorstellungen: So halten nur vier von zehn Befragten einen häufigeren Arbeitgeberwechsel für realistisch. Nur jeweils ein Drittel geht von einer Selbstständigkeit oder einem flexiblen Arbeitsplatz aus. Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Geschlechtern: 41 Prozent der Männer, aber nur 28 Prozent der Frauen halten es für realistisch, sich später selbstständig zu machen (»voll und ganz« oder »eher«). Einen flexiblen Arbeitsplatz erwarten 37 Prozent der Männer, aber nur 28 Prozent der Frauen.

Teilzeitarbeit

Zwar gehen 55 Prozent aller Befragten davon aus, in bestimmten Lebensphasen in Teilzeit zu arbeiten. Doch sind auch bei diesem Thema deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu beobachten: Knapp drei Viertel der jungen Frauen erwarten, in bestimmten Lebensphasen nur in Teilzeit berufstätig zu sein. Nur vier von zehn jungen Männern teilen diese Erwartung.

Neun von zehn jungen Erwachsenen erwarten, dass sie in den nächsten 10 bis 15 jahren ihr Leben genießen werden. Trotz Erwerbstätigkeit rechnen sie aber auch zunehmend mit finanziellen Einschränkungen.

Wie Jugendliche ticken

Junge Erwachsene charakterisieren sich selbst als zielstrebig: 92 Prozent betonen, dass sie sich anstrengen und auch dann durchhalten, wenn es schwierig wird. 79 Prozent planen ihre Zukunft gern. Von sehr hoher Bedeutung ist ihr eigenes soziales Umfeld: 91 Prozent wollen aktiv dafür sorgen, dass es den Menschen um sie herum gut geht. Auch gesellschaftliches Engagement ist der jungen Generation wichtig: Drei Viertel gehen davon aus, dass sie sich in Zukunft engagieren werden.

Gleichzeitig zeigt sich eine leicht zunehmende pragmatische Haltung. Der Anteil derjenigen, die sich mit dem Statement »Ich lebe hier und heute, was die Zukunft bringt, weiß doch niemand« zutreffend charakterisiert fühlen, ist seit 2010 von 44 auf aktuell 54 Prozent angestiegen.

Die Risikobereitschaft der jungen Erwachsenen erweist sich dagegen über die letzten neun Jahre hinweg als recht stabil. Allerdings existieren bei diesem Thema geschlechtsspezifische Unterschiede: Männer sind eher bereit, Risiken einzugehen, um es im Leben zu etwas zu bringen als Frauen (83 Prozent versus 73 Prozent).

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