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Vertrauen und Verantwortung

Die junge Generation vertraut vor allem dem Staat, wenn es um die Rente geht. Verspielt aber die Politik gerade das in sie gesetzte Vertrauen? Schließlich fordern die Befragten die politisch Verantwortlichen immer deutlicher auf, gute Renten auch noch im Jahr 2065 und später sicherzustellen … also dann, wenn sie selbst das Rentenalter erreichen. Zugleich wissen die jungen Leute, dass sie sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen können, sondern zusätzlich vorsorgen müssen.

Staat in der Pflicht

84 Prozent aller 17- bis 27-Jährigen sind der Meinung, dass es auch in Zukunft eine gute staatliche Rente geben könnte, wenn die Politik es wirklich wollte. Ein beträchtlicher Teil der jungen Erwachsenen, der nicht fürs Alter vorsorgt, sieht den Staat in der Pflicht: 56 Prozent von ihnen begründen ihr fehlendes Vorsorgeverhalten damit, dass für die Altersvorsorge der Staat zuständig sei. Außerdem halten es 51 Prozent für möglich, dass es in 40 oder 50 Jahren vielleicht wieder eine gute Rente geben könnte.

Zusätzliche Vorsorge nötig

Über die Notwendigkeit zur Vorsorge sind sich die jungen Leute dennoch klar: 86 Prozent denken, dass immer mehr Leute im Alter arm sein werden, wenn sie nicht privat vorsorgen. 68 Prozent haben Angst vor Altersarmut und sorgen sich, nur eine geringe Rente zu bekommen.

In den letzten neun Jahren ist der Anteil junger Erwachsener mit betrieblicher Altersversorgung gestiegen. Andere Sparformen zeigen einen deutlichen Rückgang.

Risikoverhalten

Bei den meisten Geldanlagen für die Altersvorsorge haben Männer und Frauen insgesamt ähnliche Vorlieben. Allerdings zeigt sich bei den Geschlechtern ein unterschiedliches Risikoverhalten: So investieren junge Männer mit 35 Prozent deutlich häufiger in Aktien und Investmentfonds als Frauen mit 18 Prozent. Ihre Risikoscheu führt dazu, dass sie vermehrt in Altersvorsorge-Anlagen investieren, die vermeintlich sicherer sind. Durch dieses Sparverhalten riskieren sie allerdings bei den aktuell niedrigen Zinsen, Geld zu verlieren. Was die verschiedenen Altersvorsorge-Produkte angeht, sind also junge Männer insgesamt breiter aufgestellt.

Bekanntheit und Vertrauen

Das höchste Vertrauen genießt unter den jungen Leuten die gesetzliche Rentenversicherung. 58 Prozent vertrauen ihr. Auch den Lebensversicherungen, die auf dem Markt der Altersvorsorge eine starke Stellung haben, wird mit 56 Prozent ein hohes Vertrauen entgegen gebracht. Danach folgen die Banken mit 46 Prozent und die Versorgungswerke der Tarifparteien mit 41 Prozent. Bei diesem Wert muss man berücksichtigen, dass Versorgungswerke bei Jugendlichen, die noch nicht im Beruf stehen, wesentlich weniger bekannt sind als Banken, Lebensversicherungen und die gesetzliche Rentenversicherung.

Aktien

61 Prozent der jungen Leute, die fürs Alter sparen, legen ihr Geld ganz konservativ auf einem Sparbuch, auf ein Festgeldkonto oder in festverzinslichen Wertpapieren an. 2010 lag ihr Anteil mit 66 Prozent noch etwas höher. Dieser Wert spiegelt die deutsche Tradition vom sicheren Sparbuch wider. Doch zunehmend investieren die 17- bis 27-Jährigen in Aktien oder Fonds: Während 2010 nur 19 Prozent derjenigen, die fürs Alter vorsorgten, Aktien oder Investmentfonds besaßen, nutzen 2019 inzwischen 28 Prozent diese Anlageform.

Betriebliche Altersversorgung

In den letzten neun Jahren ist der Anteil junger Erwachsener mit betrieblicher Altersversorgung gestiegen. Von 31 Prozent im Jahre 2010 auf 38 Prozent im Jahre 2019. Allerdings profitierte die betriebliche Altersversorgung wenig von dem deutlichen Rückgang anderer Sparformen. Denn der Anteil der Jugendlichen mit einem Riester-Rentenvertrag sank von 50 Prozent 2010 auf 31 Prozent im Jahr 2019. Der Anteil der Bausparer ging im gleichen Zeitraum von 58 auf 42 Prozent zurück. Bei potenziellen Alterssparern steht die betriebliche Altersversorgung dagegen wesentlich höher im Kurs: 81 Prozent betonen, dass für sie diese Sparform auf jeden Fall oder eventuell infrage kommt. Sie ist damit für sie unter allen Geldanlagen am attraktivsten!

Gewinn, Gewissen und Sicherheit

Die jungen Leute legen bei der Altersvorsorge Wert auf nachhaltige Geldanlagen. Für 64 Prozent ist es wichtig, dass ihr Anlageprodukt auf soziale oder ökologische Belange Rücksicht nimmt. Mit zunehmendem Alter rückt die Gewinnerzielung allerdings in den Vordergrund. So meinen von den Befragten im Alter von 17 bis 20 Jahren nur 21 Prozent, dass ihnen der Gewinn wichtig sei, weniger soziale oder ökologische Themen. Bei den 21- bis 24-Jährigen sind es schon 24 Prozent und bei den 25- bis 27-Jährigen 28 Prozent!

Auch das Risiko-Rendite-Bewusstsein wandelt sich: 66 Prozent der jungen Leute würden geringe Schwankungen ihrer Rente hinnehmen, wenn sie insgesamt deutlich höhere Rentenzahlungen bekämen, als es mit dem gegenwärtigen Garantiezins von weniger als 1 Prozent möglich ist. 58 Prozent würden sich sogar immer für die »Risikovariante« entscheiden, wenn sie auf eine deutlich höhere Rente kämen. Allerdings legt die junge Generation Wert auf Beitragssicherheit: Für 67 Prozent ist sie »sehr wichtig« und für weitere 26 Prozent »wichtig«.

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