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Fazit

Vorschläge für eine nachhaltige Rentenpolitik

Nachhaltige Inklusionsstrategien

Junge Menschen sind entgegen früherer Prognosen seit Jahren die Hauptrisikogruppe der gesamten Rentenpolitik. Eine Rentenpolitik, die einerseits die gesetzliche Rente limitiert, andererseits aber individuelle Verhaltensmuster nicht in ihrem Maßnahmenkatalog berücksichtigt, wird die erforderliche Einbeziehung breiter Schichten nicht erzielen. Karch betont: „Der Schritt zum Handeln führt nicht über neue Angebote, sondern über nachhaltige Inklusionsstrategien.“

Automatische Sparregel

„Im Kontext der Altersvorsorge am bedeutsamsten ist dabei eine automatische Sparregel in der betrieblichen Altersvorsorge“, stellt Christian Traxler fest. „Für einen solchen Automatismus spricht sich in unserer Studie eine übergroße Mehrheit der jungen Generation aus. Ein Sparautomatismus ist seit dem Jahr 2018 auch im Betriebsrentenstärkungsgesetz verankert.“

Kollektive Lösung

„Die jungen Leute, wollen es einfach und gut“, fasst Heribert Karch zusammen. Eine rein individuelle Altersvorsorge hat bei den jungen Leuten weniger Akzeptanz als kollektive Systeme. Institutionelle Lösungen auf der Basis tarifvertraglicher Vereinbarungen der Sozialpartner könnten diese Aufgabe durch Mechanismen wie Langzeitorientierung, kollektive Charakteristik und nachhaltige Einbindung der Beschäftigten meistern. Außerdem würden sie relativ zügig eine durchgreifende Breitenwirkung erzielen. Das Sozialpartnermodell könnte also die Altersvorsorge entscheidend voranbringen. Davon hätten besonders die jungen Menschen umfassende Vorteile.

Komplexität und Ungerechtigkeiten beseitigen

Staatliche Fördermodelle für die Altersvorsorge müssen vereinfacht und endbürokratisiert werden. Die Komplexität der Angebote muss reduziert und Möglichkeiten einer einfachen Übertragung bzw. Mitnahme von Anwartschaften zu einem anderen Anbieter geregelt werden. Ungerechtigkeiten, wie die der doppelten Beitragslast zur Kranken- und Pflegeversicherung auf Betriebsrenten müssen dringend beseitigt werden.

Boosting - Stärkung der individuellen Kompetenzen

Wissen bedeutet Handlungsfähigkeit. Junge Frauen und Männer müssen viel stärker als bisher auf das Thema des persönlichen Finanzmanagements vorbereitet werden. Zur Stärkung der individuellen Kompetenzen („Boosting“) gehört eine zeitgemäße transparente Bereitstellung von Informationen ebenso wie eine stärkere Integration des Themas Altersvorsorge in die Lehrpläne der Schulen. Das Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ würde vor allem jenen Gruppen zugutekommen, die bisher ein unterdurchschnittliches Finanzwissen haben.

Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit

Die junge Generation muss nicht nur die Lebensgestaltung in die eigene Hand nehmen, sondern auch ihre Altersvorsorge. Die drei Herausgeber der Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ fordern deshalb: „Notwendig ist eine bessere Integration von Informationen zur Altersvorsorge in Schule und Ausbildung zur Erhöhung der Kompetenzen junger Menschen. Außerdem brauchen wir kollektive Systeme, die effizient und vertrauensbildend wirken. Diese beiden Elemente sind entscheidend für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Altersversorgung“.

Fazit

„Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die jungen Menschen abwenden und das Vertrauen einer Generation verloren geht. Es wurde schon viel zu viel Zeit vergeudet“, so das Fazit von Klaus Hurrelmann.