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NEUE CHANCEN

Das Sozialpartnermodell ist eine Chance gerade für junge Leute … davon ist Heribert Karch, der Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente, überzeugt.

Warum zeigt das Sozialpartnermodell einen Weg aus dem Vorsorge-Dilemma?

Durch das Sozialpartnermodell haben wir das Potenzial, mit einem starken dualen Kern aus gesetzlicher und betrieblicher Altersversorgung gute Renten der Menschen im Alter zu sichern. Daraus ergeben sich aber neue Aufgaben für alle Beteiligten.

Wie sehen diese aus?

Es geht um einen neuen Deal für gute Altersversorgung – einen Finanzierungs- und Risikodeal, aber auch einen neuen Teilhabe- und Verbreitungsdeal.

Könnten Sie diese vier Begriffe erklären? Was wäre ein »neuer Finanzierungsdeal«?

Die Betriebsrente ist ja ursprünglich eine arbeitgeberseitige betriebliche Sozialleistung. Sie genießt höchste Wertschätzung unzähliger Arbeitnehmer und Betriebsräte. Als rechtlich aufgeschobener Lohn ist sie seit jeher auch ein Finanzierungsdeal für das Alter. Besonderen Ausdruck findet dies in Eigenbeiträgen der Beschäftigten. Unsere Studie zeigt, dass fast drei Viertel unserer Befragten im Zuschuss des Arbeitgebers einen Grund sehen, warum sich die betriebliche Altersversorgung trotz niedriger Zinsen lohnt. Das ist eine entscheidende Chance, nicht nur als Unternehmen attraktiv zu sein, sondern sogar als ganze Branche. Und dazu kann man Tarifverträge abschließen.

Durch das Sozialpartnermodell haben wir das Potenzial, mit einem starken dualen Kern aus gesetzlicher und betrieblicher Altersversorgung gute Renten der Menschen im Alter zu sichern!

Heribert Karch

Worum geht es beim »neuen Risikodeal«?

Das Verhältnis von Risiko und Rendite braucht eine Neujustierung. Für Arbeitgeber gilt: Die Vereinbarung von Geld in Tarifverträgen ist normal, aber Risiken tariflich zu normieren nicht. Wenn sie bereit sind, zur besseren Altersversorgung beizutragen, dann wohl nur, wenn sie keine Haftung dafür übernehmen müssen. Auch Arbeitnehmer brauchen einen neuen Deal. Denn Garantien sind aufsichtsrechtlich an teure und damit die Leistung mindernde Bedingungen geknüpft. Ein gutes Rentenversprechen kann auch ohne formale Garantien auskommen. Schwankungen müssen mit Risikomanagement und Risikopuffern abgefedert werden.

Was steckt hinter dem Schlagwort »neuer Teilhabedeal«?

Teilhabe an den Potenzialen einer Gesellschaft ist ein Stück Demokratie. Unser größtes Potenzial ist die Wertschöpfung. Das Mittel zu dieser Teilhabe sind Unternehmensanteile, häufig Aktien. Studien zeigen, dass der wachsende Wohlstand einer kleinen Bevölkerungsschicht gerade auf einem hohen Anteil an Produktivvermögen basiert. Der Anteil der durchschnittlichen Sparer am Produktivvermögen ist dagegen viel zu gering. Der Einzelne hat auch meist nicht die Risikopuffer, um die für Unternehmensanteile typischen Schwankungen abzufedern. Anders eine kollektive, generationenübergreifende Anlage als solidarische und effiziente Form zur Erzielung guter Betriebsrenten. Stärkere Teilhabe an der Realwirtschaft anstelle von Schuldenpapieren – das ist der Teilhabedeal. Übrigens lassen sich damit sogar ESG-Nachhaltigkeitskriterien besser verwirklichen.

Sie sprachen sich auch für einen »neuen Verbreitungsdeal« aus. Was meinen Sie damit?

Höchstmögliche Verbreitung ist das zentrale Ziel der Sozialpartner-Rente. Nur rund 56 Prozent der Beschäftigten haben Anspruch auf eine Betriebsrente und das nach 18 Jahren Reformprozess! Durch Tarifvertrag kann hier praktisch jede Form von verbindlicher Rente herbeigeführt werden – vom festen Tarifbeitrag bis hin zu automatischer Teilnahme mit Abwahlmöglichkeit oder beides in Kombination. Ein weiterer Beitragsteil könnte noch individuell aufgestockt werden.

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